Nach 4 Jahren Pause fand unser 2. politischer Runder Tisch am 7. November 2018 in der Handwerkskammer Düsseldorf statt.

Tatjana Lanvermann begrüßte die anwesenden Damen und bedankte sich bei Claudia Schulte von der Handwerkskammer für die Organisation und die gute Bewirtung.

Zu Gast waren die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung Ina Scharrenbach der CDU, Angela Freimuth, stellv. Landtagspräsidentin der FDP, Anja Butschkau, MdL SPD sowie Josefine Paul, MdL Bündnis 90/Die Grünen.

Fast 20 Mitglieder aus NRW fanden auch den Weg in die Handwerkskammer, um an der Diskussion zum Thema „Unternehmer/Unternehmerinnen in der Eltern- und Pflegezeit“ teilzunehmen.
Nach einer kurzen Vorstellungsrunde las Frau Lanvermann als Beispiel für sicher viele Betroffene den Beitrag unseres Vorstandsmitgliedes Julia Enders vor, die vor kurzem einen Sohn bekommen hat. Sie berichtete darin über ihre Erfahrungen, die sie in den letzten Wochen machte, um Elternzeit für sich und ihren Mann zu beantragen. Selbst für ihren Mann, der Arbeitnehmer ist, war es sehr aufwendig, alle nötigen Formulare etc. zusammenzutragen. Nachteilig wurde empfunden, dass man erst nach der Geburt des Kindes die Unterlagen einreichen kann. Wäre es nicht von Vorteil, alle Belege bis auf die Geburtsurkunde schon vorher einreichen zu können und von der zuständigen Stelle prüfen zu lassen, um dann die Geburtsurkunde nur nachreichen zu müssen?

Was passiert einer Unternehmerin/Gründerin, wenn sie in Elternzeit geht?
Frau Scharrenbach sowie Frau Freimuth informierten die Runde darüber, dass eine Regelung hierfür bereits 2016 auf den Weg gebracht wurde, in der Elterngeld in Höhe von 300,00 – 1800,00 Euro pro Monat gezahlt werden (abhängig vom letzten Steuerbescheid).
Frau Schulte trat dafür ein, dass es besser Pauschalen geben solle, weil manchmal die aktuelle finanzielle Situation eine andere sei, als es ein Bescheid des Vorjahres wiederspiegele.
Generell ist es immer noch eine schwere Aufgabe ein Unternehmen zu gründen, bzw. die Finanzierung zu realisieren. Laut den Politikerinnen gäbe es eine Absichtserklärung auf Bundesebene, dass Gründungen schneller zustande kommen sollen und es hierbei auch Unterstützung für Eltern geben soll.
Frau Freimuth wies darauf hin, dass es bereits ein Gründer-Bafög in Höhe von bis zu 1000,00 Euro pro Monat gäbe, das teilweise zurückgezahlt werden muss. Zudem aber auch Stipendien.

Beim Thema Ausfallzeiten wegen Krankheit, Mutterschutz usw. wurde festgehalten, dass es hierfür keine Versicherung gibt. Einen Ersatz in der Firmenleitung zu bekommen, ist sehr schwer.  Frau Dicke vermisst hier die Familienfreundlichkeit. Es geht wieder um die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf.
Frau Scharrenbach schlug vor, es den Landwirten gleichzutun, und eine Art Pool zu schaffen, wobei Landwirte sich gegenseitig unterstützen und im Krankheitsfall auf einem anderen Hof aushelfen, ihn bzw. zeitweise leiten. Viele Unternehmerfrauen sehen hier das Problem, dass sich der „Handwerksmeister“, sprich Inhaber ungerne von einer anderen Person in die Karten
schauen lässt.

Die Beantragung einer Pflegezeit sei nach Meinung der Mehrheit sehr mühselig, Anträge müssten zusammen gesucht werden. Eine Anlaufstelle sei da wichtig, darum sollte die Organisation Competentia auch weiterhin fortgeführt werden.

Zum Ende der Veranstaltung schlug Frau Freimuth vor, sich doch möglichst einmal pro Jahr in der Handwerkskammer, aber auch gerne im Landtag, in solch einer Runde zu treffen, um
sich auszutauschen. Zudem bat sie darum, Anregungen, Kritiken und Fragen per Mail an sie zu richten. Dies befürworteten auch Frau Butschkau und Frau Paul, Frau Ministerin Scharrenbach musste die Veranstaltung leider schon etwas eher wegen weiterer Termine verlassen.

Birgit Krüger
Schriftführerin UFH-Landesverband NRW

2018-12-01T15:51:55+00:0001.12.2018|
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