Der Arbeitskreis Wuppertal

Wir sind ein Netz

von engagierten und bildungsinteressierten Frauen aus allen Branchen des Handwerks in Wuppertal.

Wir sind selbstständige

und mitarbeitende Unternehmerehefrauen, Partnerinnen, Familienangehörige und Führungskräfte und auch selbstständige Unternehmerinnen.

Wir vermitteln Wissen

durch Weiterbildung und Qualifizierung in Seminaren und Fachvorträgen durch ausgesuchte Referenten und Fachleute.

Wir zeigen Kompetenz

durch Förderung der Persönlichkeitsentwicklung.

Wir leben Kommunikation

bei vielfältigen Gelegenheiten.

Kontakt

Sie möchten Mitglied bei uns werden oder haben Fragen zum Arbeitskreis Wuppertal? Schreiben Sie an Birgit Krüger unter

krueger@ufh-wuppertal.de

Jahresprogramm

26.01. - 19.00
Jahreshauptversammlung

Restaurant Zur Alten Bergbahn
Sachsenstr. 2, 42287 Wuppertal

23.02. - 15.30
Besichtigung Müllheizkraftwerk

Korzert 15, 42349 Wuppertal

10.03. - 11.03.
IHM München

asd

25.03. 11.00 - 18.00
Landesverbandstagung

Maternus Haus Köln
Kardinal-Frings-Str. 1, 50668 Köln

22.04. 15.00
Führung Friedhof Unterbarmen

Führung Friedhof Unterbarmen

12.05. - 10.00
Maimeeting IKK classik Düsseldorf

Lorem ipsum dolores

24.05. - 17.30
Besichtigung Bandwebermuseum

Wiesenstr. 118, 42105 Wuppertal

17.06. 11.00
Jubiläumsempfang UFH Wuppertal

Kreishandwerkerschaft
Hofkamp 148, 42103 Wuppertal

18.06. 18.00
Jubiläumsfeier 

int. Ev.Tagungsentrum
Missionsstr. 9, 42285 Wuppertal

13.07. - 19.00
Erfahrungsaustausch

asd

27.07. - 14.00
Alpakawanderung im Bergischen Land gemeinsam mit Solingen u. Remscheid

asd

13.08. 16.00
Gaskessel Heckinghausen anschl. Restaurant Aposto

26.08. - 10.00 - 16.30
Gesundheitsforum IKK classic

Lorem ipsum dolores

18.09.
Höhlenexkursion

asd

14.-15.10.
UFH Bundeskongress in Magdeburg

asd

19.10.
Aktuelles Thema

asd

08.11. - 19.00-21.00
Novembertreff
Onlineseminar Power-Point-Präsentationen

Lorem ipsum dolores

25.11.
Jahresabschluss

Lorem ipsum dolores

News

25 + 2 Jahre UnternehmerFrauen im Handwerk, AK Wuppertal

Juni 2022

"Danke für die super Veranstaltung!" mit diesen Worten verabschiedete sich Dachdeckermeister Martin Czornyckyj am späten Abend mit seiner Frau Ilona von der Jubiläumsfeier der UnternehmerFrauen im Handwerk (UFH) Wuppertal.

Sie waren bei schönstem Sommerwetter mit vielen weiteren Mitgliedern der UFH dabei, als die Ehrung der anwesenden sechs Gründungsmitglieder der UFH Wuppertal Brigitte Spielhoff, Irene Oxenfart, Anna Mende, Brigitte Marquardt, Anne Bruckner und Ilona Czornyckyj selbst durch die 1. Vorsitzende Birgit Krüger vorgenommen wurde. Vor 25 (+ 2 Jahre) hatten die sechs UnternehmerFrauen die UFH Wuppertal mitgegründet und dieser Anlass konnte nun, nach zweimaligem, erforderlichem Verschieben aufgrund der Pandemie, endlich würdig durch zwei Veranstaltungen gefeiert werden.

Die UFH trafen sich zunächst zu einem Empfang in der Kreishandwerkerschaft, bei dem die Gratulanten aus dem UFH-Landes- und Bundesverband, aus Politik, Handwerk und Stadtgesellschaft sowie der IKK zu Gast waren und so manches Ereignis der 25 Jahre in lebhaften Reden Revue passieren ließen. 

Und zum gemütlichen Beisammensein lud der Vorstand die UnternehmerFrauen dann mit Partnern bei bester Bewirtung auf die Terrassen des evang. Tagungszentrums auf dem "Heiligen Berg". Vom Trommel-Trio Tamtam gab es viel Wissenswertes sowie reichlich gute Rhythmen und Schwung für die Jubiläumsfeier, bei der jedoch auch spätestens jetzt eine ganze Reihe von krankheitsbedingt fehlenden Mitgliedern sehr vermisst wurde.

Die Trommeln, die guten Gespräche sowie die fröhliche Ehrung der anwesenden sechs Gründungsmitglieder klangen noch lange nach und fanden an diesem Abend den passenden Rahmen in einer "super Veranstaltung".

Betriebsbesichtigung Fa. Spielhoff Arbeitsbühnenvermietung

März 2022

Ein Rundumblick der besonderen Art über die Innenstadt von Wuppertal wurde den Wuppertaler UnternehmerFrauen im Handwerk ( UFH) bei ihrer ersten Zusammenkunft des neuen Jahres geboten. Die Firma Spielhoff Systemlift und Arbeitsbühnenvermietung ist weit über das Bergische Land hinaus bekannt und hatte die UnternehmerFrauen zur Betriebsbesichtigung in der Zeughausstraße in Barmen geladen. Und so ließen es sich neben der Seniorchefin Brigitte Spielhoff, Gründungsmitglied der UFH Wuppertal vor 32 Jahren, sowohl der Juniorchef Boris Spielhoff als auch der Seniorchef Hans-Peter Spielhoff nicht nehmen, den anwesenden UnternehmerFrauen den Betrieb und seine Geschichte aus erster Hand näher zu bringen.

Hans-Peter Spielhoff schilderte bildhaft die Entwicklung des Unternehmens, vom Malerbetrieb gegründet im Jahre 1857 über die Erweiterung mit eigenen Arbeitsbühnen im Jahre 1971 hin zur alleinigen Fokussierung auf die Vermietung von Arbeitsbühnen Ende 1999.

Und er freute sich mitteilen zu können, dass die in früheren Zeiten traditionell übliche Weitergabe eines Betriebes von der Witwe an den Sohn in seinem Fall nicht erforderlich wurde, Sohn Boris ist inzwischen Geschäftsführer des Unternehmens und darf sich der Unterstützung beider Eltern sicher sein.

Als gelernter KfZ-Mechaniker mit absolviertem Maschinenbau-Studium bringt Boris Spielhoff die besten Grundlagen mit, um das aus einem Handwerksbetrieb entstandene technikdominierte Unternehmen zu führen. Aktuell freut sich der Geschäftsführer über 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und über 160 Maschinen, die möglichst an ihren Einsatzorten im Umlauf und nicht in großer Zahl auf dem Lager sind, so dass Verfügbarkeit und Auslastung immer in gesundem Verhältnis zueinander stehen.

Überhaupt ist die Logistik eine der Hauptaufgaben im Unternehmen, die Vermietung der " Industriebühnen", die mit Spezial LKW und in ganz NRW zum Einsatzort gefahren werden und der derzeit 26 "LKW-Hubarbeitsbühnen", die von den bergischen Handwerkern genutzt und oft selbst morgens abgeholt und abends zurückgebracht werden, wie den anwesenden UnternehmerFrauen zumeist bekannt war.

2001 gehörte die Firma Spielhoff zu den Gründungsmitgliedern von „SYSTEMLIFT“, einem Zusammenschluss von derzeit über 60 mittelständigen und regionalen Arbeitsbühnenvermietern, die eng zusammenarbeiten. Ein einheitlicher Qualitätsstandard wird garantiert und der Zusammenschluss ermöglicht dem regionalen Vermieter, seine Kunden auch überregional zu bedienen.

Die größte derzeit erreichbare Höhe von 48m konnten die mutigsten UnternehmerFrauen an diesem Abend zwar nicht erreichen, aber weit über 20m ging es im Korb mit Schwung dann doch nach oben und der grandiose Blick über die Stadt in der Abenddämmerung machte das mulmige Gefühl im leicht wackelnden Korb bei dieser besonderen Betriebsbesichtigung mehr als wett.

Internet der Dinge (IoT) - Künstliche Intelligenz (KI)

Oktober 2021

„Ich kann mit solchen automatisierten Dingen sowieso nicht viel anfangen! ........aber, Moment! Der Spurhalteassistent, der hat mich wirklich schon mal vor Schlimmerem bewahrt!“ Eine zweischneidige Sache ist das mit der Digitalisierung von Gegenständen, wie so vieles im Leben, so lautete wohl auch das Fazit mancher Wuppertaler UnternehmerFrau nach dem lebendigen und bildhaften Weiterbildungs-Vortrag des Beauftragten für Innovation und Technologie der Handwerkskammer Düsseldorf, Tobias Werthwein, in den Räumen der Kreishandwerkerschaft in Wuppertal.

Und wer zuvor gedacht hatte, „ich weiß gar nicht, worum es hierbei geht“, der hatte doch im Laufe dieses Abends viele „Aha“ und „ja, kenne!“ - Erlebnisse. Seien es die automatisierte und digitalisierte Jalousie- oder Heizungssteuerung, das Fitnesstracker-Armband oder neuerdings das komplette Auto, dessen Status wir in der App abrufen können, vieles ist im Alltag angekommen. Und auch in der Industrie gibt es eine stetig steigende Anzahl von digitalisierten Produktionsprozessen, welche unter dem angepassten Kürzel „IIOT“ (Industrial internet of things) zusammengefasst werden.

Beim „Internet der Dinge“ entstehen Daten, die sich für die Verarbeitung mittels Künstlicher Intelligenz nutzen lassen, wie z.B. beim Abfalltonnen-Management vieler Entsorgungs-Unternehmen, welches auf der Grundlage des erhobenen Füllstandes der Tonnen mittels passender Programme entsteht.

Auch im Handwerk gibt es einige interessante Nutzungsansätze, wie Tobias Werthwein zu berichten wusste. So lässt sich für unsere Handwerksbetriebe eine verbesserte Kundenbindung erzielen, wenn wir die Möglichkeiten eines datenbasierten Wartungs- oder Reparaturservice nutzen. Sensoren können beispielsweise messen, ob die Dachrinne beim Stammkunden voller Laub liegt und vom Dachdeckerbetrieb gereinigt werden sollte, bevor sie überläuft. Oder es lässt mit verschiedensten Sensoren an verschiedensten Bauteilen messen, ob sich eine Materialermüdung zeigt, die vor dem Eintritt eines größeren Schadens zur Reparatur durch den digital darüber informierten Handwerksbetrieb führen kann.

Die derzeitigen Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz bedeuten, dass die Systeme handeln, als wären sie intelligent. Dass Systeme selbstständig denken und agieren, also wirklich intelligent sind, das ist nach Auffassung von Herrn Werthwein in naher Zukunft noch nicht zu erwarten…..was uns Beschäftigten im Handwerk aufgrund der Komplexität und Individualität der handwerklichen Leistungen durchaus bewusst ist. Das Handwerk und der Handwerker als Mensch werden auf sehr lange Sicht und in sehr vielen Gewerken nicht zu ersetzen sein, weder durch IoT noch durch KI.

Regina Dicke

Das kleine Kneipp 1 x 5

Am 7. September 2021 trafen wir uns in der Kulturschmiede in Wuppertal-Cronenberg, einen Veranstaltungsort, den man sich auf jeden Fall merken sollte. Ein liebevoll gestaltetes Fachwerkhaus, in dem Konzerte und Lesungen stattfinden, dass aber auch für Feierlichkeiten angemietet werden kann.

Dort begrüßte uns neben der Vorsitzenden der Kulturschmiede Susanne Figge unsere Referentin Renate Mankel vom Kneipp-Verein Wuppertal, einer von 1.200 Vereinen im Kneipp-Bund und erläuterte uns die 5 Elemente des Kneippschen Gesundheitssystems: neben Wasser auch Bewegung und Sport, gesunde Ernährung, Heilpflanzen sowie die Lebensordnung – nämlich ein vernünftiges Verhältnis zwischen An- und Entspannung im Alltag. Für viele von uns sicher eine schwierige Anforderung ;).

Sebastian Kneipp lebte zwar schon vor 200 Jahren, aber seine Lehren sind aktueller denn je. Es wird momentan viel über gesünderes Leben diskutiert, besonders in Bezug auf Themen wie Nachhaltigkeit, regionales und lokales Einkaufen von Lebensmitteln oder den Konsum von Fleisch, Fett und Zucker in Maßen.

Anhand einiger Beispiele zeigte uns Frau Mankel lebhaft und begeisternd wie man mit unterschiedlichen Verfahren Beschwerden lindern bzw. vorbeugen kann und wie man sie in den täglichen Ablauf einbaut, ohne dass es mit viel Aufwand verbunden ist. Eine kleine Kräuterkunde war auch dabei. Gut zu wissen, dass es auf dem Grundstück des Krankenhauses St.-Josef eine Tretanlage gibt, die von jedem genutzt werden kann, um Wasser zu treten.

Als kleine Pause wurde dann das Gelernte in die Praxis umgesetzt und die UnternehmerFrauen probierten draußen im idyllischen Garten den Mittags-Espresso aus: Die Unterarme werden in kaltes Wasser getaucht (erst der rechte, dann der linke) und so lange dort gelassen, bis sie kribbeln. Dann streift man das Wasser ab - nicht abtrocknen, bewegt sie bis ein Wärmegefühl eintritt und merkt, dass man sich frischer fühlt. Die Müdigkeit verschwindet. Leider ging die Zeit viel zu schnell um. Wir waren uns aber einig, dass wir die Anregungen annehmen und gerne noch einmal vertiefen wollen. Angebote gibt es da genug.

„Gesund bleiben und lang leben will jedermann, aber die wenigsten tun etwas dafür. Wenn die Menschen nur halb so viele Sorgfalt darauf verwenden würden, gesund zu bleiben und verständig zu leben, (…) die Hälfte ihrer Krankheiten bliebe ihnen erspart.“ (Sebastian Kneipp)

Birgit Krüger

Besuch im Kaffeegarten in der Gruga Essen am 14. August 2021

Der Sommer ist in diesem Jahr sehr selten Gast bei uns in NRW, aber für den 14. August hatte er sich überreden lassen, dabei zu sein.

So trafen wir uns im Gruga-Park in Essen und ließen uns im Kaffeegarten bei Elke Schellenbach von Engagement Global und Sophia Merrem vom Forum Soziale Innovation Solingen sowie Jürgen Sokoll von Eine Welt Netz NRW e.V. und Alex Kunkel, unserem Kaffeeröster nieder.

Nachdem Herr Sokoll uns begrüßt hatte und uns etwas zur Gruga und den Mustergärten erzählt hatte, führte uns Herr Kunkel in die Welt des Kaffees ein und machte uns erst einmal den Unterschied zwischen Arabica und Robusta klar. Die Kaffeesorte Arabica wächst in einer Höhe ab ca. 1000 bis 2500 Meter, Robusta bis 1000 Meter. Geerntet werden die Kaffeekirschen 2-3 mal im Jahr, da sie nicht alle gleichzeitig reif werden. Das liegt daran, dass es in den Ernteländern keine Jahreszeiten wie bei uns gibt. Bedingt durch den Klimawandel steht der Kaffeebaum bereits auf der roten Liste. Der Anbau rückt immer höher, wodurch Wälder, die in diesen Höhen wachsen, verdrängt bzw. gerodet werden.

Anhand der an uns verteilten Kirschen konnten wir diese Frucht untersuchen. Wir drückten per Hand die 2 Bohnen aus dem Fruchtfleisch, probierten dieses und stellten fest, dass die Bohnen aussahen wie Erdnüsse.

In dem liebevoll mit allen möglichen Stehrümmchen zum Thema Kaffee ausgestattetem Häuschen wurde uns per Power Point Präsentation die Geschichte des Kaffees und die Verarbeitung vermittelt. Nachdem die Kirschen per Hand gepflückt wurden, werden die Bohnen von der Fruchthaut und dem –fleisch, der sogenannten Pulpe getrennt. Übrig bleiben an den Bohnen das Pergamenthäutchen und Schleim. Nun steht die Fermentation an, bei der ein unangenehmer Geruch entsteht. Danach werden die Bohnen gewaschen und unter freiem Himmel getrocknet. Aber auch hier macht sich der Klimawandel bemerkbar. Die immer öfter einsetzenden Starkregen machen diesen Prozess sehr schwierig. Der dann entstandene Rohkaffee wird danach verpackt und verkauft. Die Röstung findet dann bei den einzelnen Käufern statt. 85 % des Kaffeemarktes wird von nur wenigen großen Firmen wie Nestlé, Aldi, Tchibo, Jacobs und Starbucks beherrscht.

Ursprünglich kommt der Kaffeebaum aus Äthiopien und wurde durch die Niederländische Kolonialmacht ca. 1690 zuerst nach Java gebracht und später durch alle anderen Kolonialmächte nach Brasilien, Haiti, Kolumbien und Vietnam. Die einheimische Bevölkerung wurde für die anstrengende Arbeit versklavt.

Auch heute noch ist die Arbeit auf den Kaffeefarmen kein Zuckerschlecken, der Verdienst ist sehr gering, bei den Kaffeebauern kommen nur kleinste Beträge an. Vor Deutschland an 5. Stelle sind die USA, Kanada, Japan und Brasilien die größten Abnehmer.

Darum legte Herr Kunkel in seinem gesamten Vortrag sehr viel Wert darauf, uns klar zu machen, wie wichtig es ist, den fairen Handel zu unterstützen. Er selber war schon mehrmals u.a. in Uganda, um diese Projekte zu besuchen. Die Gemeinden, die am Fair Trade teilnehmen, unterstützen mit ihrem Einkommen auch Schulen, medizinische Versorgungsstellen und Wasserreservoirs für die Bevölkerung.

Nach einer sonnigen Pause mit Kuchen und natürlich Kaffee in Form von Espresso, Latte Macchiato, Crema und Capuccino konnten wir live einen Röstvorgang verfolgen. Herr Kunkel bediente eine kleine Röstmaschine und innerhalb von 15 Minuten konnten wir miterleben, wie aus der grünen Bohne eine dunkelbraune, duftende entstand und dabei ihre Größe fast verdoppelte. Frisch gemahlen wurde sie uns dann als Kaffee serviert, womit wir den Nachmittag ausklingen ließen.

Eine schöne lokale Besonderheit aus Neapel wurde uns noch vermittelt: Seit dem Beginn des 20. Jahrhundert ist es dort Brauch, in einer Cafeteria einen Sospeso zu bestellen. Man bezahlt zwei Espressi, trinkt nur einen und der Barista vermerkt den Sospeso, der dann auf Nachfrage von einem Bedürftigen getrunken werden kann.

Birgit Krüger

Käse-Tasting der UFH mit "okäse"

Juni 2021

Was der Comté, ein Rohmilchkäse aus der französischen Region Franche-Comté für den Hartkäse ist, ist der Camembert de Normandie für den Weichkäse: die Königsklasse.

Käse-Fachmann Micha von „oKäse“ aus Köln referierte beim online-Käse-Tasting der UnternehmerFrauen des AK Wuppertal souverän und voller Sachkenntnis zu einer edlen Auswahl aus der Welt der Käsesorten, erzählte von Sagen und Legenden aus Frankreich zu Morbier, Reblochon, Comte oder Camembert oder aus Italien zur Geschichte des Gorgonzola.

Während die UnternehmerFrauen mit Ihren Männern, Familien und Gästen eine Spezialität nach der anderen kosteten und bewerteten, erläuterte Micha die Entstehungszeiträume der einzelnen Sorten, die vom 19. Jahrhundert über das Mittelalter bis hin zu den jahrtausendealten Käsesorten reichten sowie die historisch handwerklichen Produktionsverfahren, wie z. B. die Herstellung des ursprungsgeschützten Camembert de Normandie, eines Rohmilchkäse mit hauseigenem Schimmelpilz.

Testsieger des Abends war, zur Überraschung von Experte Micha, die berühmteste französische Ziegenrolle, der Sainte-Maure de Touraine aus der gleichnamigen Region an der Loire. Sein sicherstes Erkennungszeichen ist der Strohhalm. Er dient dazu, den rollenförmigen Käse zusammenzuhalten und den Kern zu durchlüften….sehr interessant.

Interessant auch zu wissen, dass die Franzosen ihren Käse traditionell nicht in den Kühlschrank stellen, um den Reifeprozess nicht zu unterbrechen. Und dass für 1kg Hartkäse mindestens die zehnfache Menge Milch benötigt wird! Die Statements der inspirierten UnternehmerFrauen, Ihrer Männer und Gäste zum Ende der Veranstaltung sprechen für einen ebenso lehrreichen wie gelungenen Abend mit Micha und den präsentierten Käsesorten der Königsklasse: „Es war sehr lecker und sehr spannend!“, „Ich habe noch nie so viel über Käse erfahren wie an diesem Abend!“, „Vielen Dank, dass Ihr immer so tolle Sachen macht und wir Männer immer dabei sein können! “ und „Wir haben es sehr genossen!“.

Regina Dicke

Stadtteil der Grenzgänger: Beyenburg

August 2020

Ordensbruder Dirk Wasserfuhr und "seine" Beyenburger Kirche Maria Magdalena waren gleich zweimal bei unserem Ausflug im wahrsten Sinne des Wortes für uns UnternehmerFrauen da!

Pünktlich zu unserem Sommertreffen mit unseren Ehemännern öffnete nach wochenlanger Trockenheit der Himmel alle Schleusen und wir Handwerker fanden Zuflucht vor dem strömenden Regen in der eindrucksvollen Beyenburger Klosterkirche

Unser Stadtführer Herr Khan begann seine Führung spontan an diesem für Beyenburg so zentralen Ort, denn dieser war über Jahrhunderte eine beliebte Zwischenstation für Pilger und Händler aus aller Herren Länder. Und ein Feuerwerk an Informationen sollte folgen, das Herr Khan zur Geschichte dieses besonderen Wuppertaler Ortsteiles für uns parat hat. Lebendig und authentisch, immer wieder gespickt mit historischen Anekdoten und geschichtlichen Fragen an uns erlebten wir dann eine kurzweilige Führung….. "behufs" der Orte und Begriffe wie „der Bilstein“, der „Rentmeister“, die „Schaffstaler“, die „Fischbauch“-Eisenbahnbrücke, die Pferdewechselstation, das Wegegeld, das Napoleonstor und scheinbar unendlich vielen mehr, welche uns Beyenburg und seine Geschichte näher brachten.

Zurück in der Klosterkirche zog das historische Altargemälde, vermutlich ein echter van Dyk, als sogenannte "Antwerpener Tafel" auf Holz gemalt, unsere Blicke schnell auf sich. Während man meinen könnte und auch Wikipedia schreibt, es handele sich um eine Kreuzigungsdarstellung, erläuterte Bruder Dirk die Bedeutung des Kreuzes für seinen Orden, die Kreuzherren, die den Triumph des Kreuzes über den Tod feiern. Das Altargemälde sei folgerichtig vielmehr die allegorische Darstellung „des Opfers“ an sich und weise letztlich zurück auf das Opfer Jesu: "Es ist das Abendmahl!" rief er uns überraschten Besuchern zu.

Auch in seiner Sichtweise auf aktuelle gesellschaftliche Themen hat Bruder Dirk Einiges zu sagen. Während insgesamt ein europaweites Klostersterben eingesetzt habe, wüchsen allein die erzkonservativen Klöster, Ausdruck der Suche heutiger junger Menschen nach Halt und strengen Regeln in unsicheren Zeiten.

In den Konsequenzen der aktuellen Pandemie findet er auch viel Gutes: manche moderne "Götter" des Menschen seien bereits gefallen, "nach dem Event-Gott und dem Fußball-Gott warte ich noch auf den Internet-Gott", lässt er uns wissen und nicht nur an dieser Stelle nachdenklich werden.

Es war ein besonderes Erlebnis an diesem Tag, dem aus seinem Inneren strahlenden Ordensbruder zuzuhören, der hör- und sichtbar in der Pilgerseelsorge sowie der Armen- und Krankenpflege seine Berufung gefunden hat.

"Wir Beyenburger sind Grenzgänger" beschreibt Bruder Dirk, wie er im Ort von allen genannt wird, die Identität der ansässigen Menschen. Nicht nur weil der Ort sich an der Zollgrenze zwischen dem Rheinland und Westfalen sowie über Jahrhunderte hinweg zwischen christlichen Franken und heidnischen Sachsen befand, sondern auch weil die ansässigen Katholiken und Protestanten über lange Zeit streng, durch die Bahnlinie getrennt, den gebotenen Abstand wahrten.....bis sie dann doch die Grenzen überschritten, je nach Bedarf.

Die Straßenverkehrsordnung aus heutiger Sicht

März 2020

Locker und doch akribisch gestaltete Ralf Birnbaum, der Inhaber der Fahrschule Hütz Birnbaum, den Abend für uns UnternehmerFrauen zur „Straßenverkehrsordnung aus heutiger Sicht“.

Zu Beginn entspann sich eine lebhafte Führerscheinanalyse, bei uns fanden sich vom „grauen über den rosa Lappen“ aus Papier bis hin zu den Kartenführescheinen alter und neuer Prägung diverse Varianten, deren aufgedruckte Zahlen und Buchstaben noch viel zahlreichere Besonderheiten bedeuteten.

Wichtig zu wissen, dass sich die geltende Umtauschpflicht nur auf das Dokument, nicht aber auf die Fahrerlaubnis bezieht, wobei im Zuge des Umtausches derzeit auch Änderungen bzw. neue Verpflichtungen angedacht sind, wie z. B. ein zu wiederholender Erste-Hilfe Kurs. „Am besten haben es diejenigen, die vor 1953 geboren sind, denn die dürfen mit ihrem alten Führerschein bis 2033 fahren!“ stellte Ralf Birnbaum klar, für alle anderen gibt es differenzierte Fristen. Der neue Führerschein muss dann wiederum nach 15 Jahren erneuert werden, um durch ein jeweils aktuelles Passfoto die Identitätsfeststellung zu verbessern.

Noch lebhafter wurde es dann in der Diskussion zu den Rechten und Pflichten der Radfahrer, denn hier hatten wir von: „Wuppertal ist keine Fahrradstadt!“ bis hin zu: „Ich fahre regelmäßig, fast jeden Tag mit dem Fahrrad durch Wuppertal“ alle Meinungen und vor allem lebhaft geschilderte, persönliche Erfahrungen vertreten. Diese gute Gelegenheit, für gegenseitiges Verständnis zu werben, ließ Ralf Birnbaum nicht ungenutzt und ging abschließend auf sehr konkrete Fragen zu besonderen Verkehrssituationen in Wuppertal ein, die er sämtlich beantworten und klären konnte. Ein rundum gelungener Abend für uns alle.

Besuch in der Destillerie und Brennerei Heinrich Habbel

Februar 2020

Heinrich Michael Habbel begrüßte uns in den Räumlichkeiten der Destillerie Habbel in Sprockhövel, eine Traditionsbrennerei und seit 1878 in Familienbesitz. Die ehemalige Kornbrennerei ist heute die größte Obstbrennerei in der Region mit einer Produktpalette von inzwischen über einhundert Obstbränden und Likören. Er erhielt in den letzten Jahren höchste Auszeichnungen für seine Produkte, unter anderem für seine Whiskeys.

Herr Habbel führte uns durch seinen Betrieb, der jetzt von seiner Tochter geleitet wird. Es war schon überwältigend, wie viele Gläser, Flaschen und auch Ballonflaschen dort standen, gefüllt mit Destillaten wie Steinpilz, Lavendel, Kirsche und Basilikum. Er erklärte uns den Unterschied zwischen einem „Geist“ und „Brand“ bzw. „Wasser“.

Der Geist, wie zum Beispiel Himbeergeist, wird unter Hinzufügen von Alkohol hergestellt, da die Himbeere nicht genug Zucker hat, um eigenen Alkohol zu entwickeln. Beim Brand (z.B. Williams Christ Birnbrand oder Kirschwasser, entwickelt die Frucht selber den Alkohol, da sie im sehr reifen Zustand viel eigenen Zucker hat und so verarbeitet wird.

Der Beruf des Brenners und Destillateurs ist wieder im Kommen, in ihrem Betrieb gibt es 3 Auszubildende. Für diese Berufsbilder gibt es nur eine deutschsprachige Berufsschule, die sich in Dortmund befindet und dorthin kommen im Blockunterricht alle Auszubildenden aus Deutschland, Österreich und Norditalien.

Auf dem weitläufigen Grundstück der Familie Habbel befinden sich auch 2 Brunnen, die die Brennerei mit Wasser versorgen, viele Bäume und Pflanzen für die verschiedenen Produkte sowie Bienen, deren Honig mit verarbeitet wird.

Nachdem wir auch die verschiedenen Holzfässer bewundern konnten – eins hatte einen gläsernen Boden, so dass man auch einmal sehen konnte, wie es im Inneren aussieht – konnten wir beim Tasting mehrerer Brände und Liköre lernen, wie man richtig probiert. Im Gegensatz zur Weinprobe wird das Glas nicht geschwenkt und man atmet das Aroma bei leicht geöffnetem Mund abwechselnd durch das rechte und linke Nasenloch ein.

Nach dieser schmackhaften Verköstigung fiel es uns nicht schwer, noch einen kleinen Einkauf zu tätigen.

Birgit Krüger

Vorstandswahlen bei den UFH Wuppertal

Januar 2020

In der Reihenfolge des Fotos von links: Brigitte Spielhoff (Beisitzerin), Brigitte Marquardt (Geschäfsführerin), Sandra Krönung (Beisitzerin), Birgit Krüger (1. Vorsitzende), Regina Dicke (2. Vorsitzende), Irene Gatzmaga Oxenfart (Schriftführerin).

Am 22. Januar 2020 fand die diesjährige Jahreshauptversammlung der UFH Wuppertal mit Wahlen statt. In ihrem Amt bestätigt wurden Birgit Krüger als 1. und Regina Dicke als 2. Vorsitzende. Die Geschäftsführung übernimmt Brigitte Marquardt, die Schriftführung Irene Gatzmaga-Oxenfart und Brigitte Spielhoff wurde als Beisitzerin gewählt. Neu dabei als Beisitzerin ist Sandra Krönung.

Was ist eigentlich das Tolle an unserem Betrieb

November 2019

„Was ist eigentlich das Tolle an unserem Betrieb? Was macht uns aus?“ fragte Sarah Eichhorn in der Rolle einer imaginären Unternehmerin die anwesenden Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Wuppertaler Handwerk. „Gute Leute finden und binden“ war der Titel unseres aktuellen betrieblichen Seminars, welches wir wieder einmal in der Kreishandwerkerschaft abhalten durften.

Und an den Gesichtern der Teilnehmer war abzulesen, dass der Zusammenhang zwischen den formulierten Fragen und der Mitarbeiterbindung erklärungsbedürftig war. Die authentische Botschaft, wer „wir“ als Team sind, das ist es, worum es geht und womit wir transparent und offensiv für uns werben sollten.

„Was macht uns aus, was macht uns besonders?“ Diese wichtigste aller Fragen sollte ein Unternehmer, der sein Unternehmen zu einer „Marke“ und damit wiedererkennbar und auffindbar für Kunden UND potentielle Mitarbeiter machen möchte, sowohl seinen vorhandenen Mitarbeitern, den Nachbarn als auch mutig den Kunden stellen!

Marketing besteht zu über 90% aus der Analyse der bestehenden Situation. Und authentisches Marketing führt zur Mitarbeitergewinnung, die wir alle erzielen wollen, denn das Gesetz der Anziehung (Gleiches zu Gleichem) funktioniert auch hier, „passende“ Leute werden sich angesprochen fühlen, wenn wir zeigen, „wer“ wir sind.

Frau Eichhorn, aus vollem Herzen Betriebsberaterin der Handwerkskammer, brachte das Beispiel eines Sanitär-/Heizungsbauerbetriebes, der für sich am Ende die Adjektive: „menschlich, pünktlich, in ihrer Nachbarschaft“ gefunden hatte.

Viele praktische Tipps, auch für die wichtiger werdende digitale Welt, rundeten den Vortrag der Marketingexpertin ab und gaben uns allen den Anstoß, doch einfach damit zu beginnen, die Einzigartigkeit unseres Unternehmens, in der Welt der Betriebswirte als „employer branding“ bezeichnet, zu erkennen, zu benennen, transparent und publik zu machen.

Eine spannende Selbsterkundungsreise, auf die sich jeder innovative Unternehmer begeben sollte!

Regina Dicke

Besuch in der Flora in Köln

Juli 2019

Bei strahlendem Sonnenschein führte uns der Weg unseres Sommerausfluges in diesem Jahr in die Flora, den Botanischen Garten der Stadt Köln. In der sehr inspirierenden Führung dominierten die Begriffe „Sichtachsen“, „Panoramawege“, „Blattschmuck“ und „verwunschene Pavillons“ und wir erfuhren viel Neues über die Entstehung, Architektur und Nutzung des den Garten dominierenden „Festhauses“.

Die umfangreichen botanischen Kenntnisse, von der Genmutation der 150 Jahre alten Blutbuche, die daher das ganze Jahr über rote Blätter hat, über die ebenso alte kaukasische Flügelnuss, die durch besondere Früchte das Auge des Besuchers erfreut bis hin zu weiteren exotischen Pflanzen aus aller Welt reichte der Informationsbogen, und wem das alles zu viel wurde, der nahm sich eine Auszeit im „Duftgarten“ oder wandelte mit eingebildetem Sonnenschirmchen durch den italienischen Garten, auf den Spuren des Großbürgertums alter Zeiten. Denn 15 Silbergroschen Eintritt waren ein Ausschlusskriterium für die damalige Arbeiterklasse und ein ganz besonderer Ausflug für den Mittelstand.

Voller besonderer Sinneseindrücke kehrten auch wir Mittelständler des Jahres 2019 ebenso erschöpft wie bereichert von diesem Tage heim nach Wuppertal.

Besuch bei der Traditionsfirma KNIPEX Zangen in Cronenberg

März 2019

Eine andächtige Stimmung verbreitete sich in unserer Gruppe, während wir das Betriebsgelände der Traditionsfirma KNIPEX Zangen (1882) in Cronenberg besichtigen durften. Es polterte und zischte, es roch und qualmte und schon nach wenigen Minuten wurde uns klar, welch‘ harter und toller Job hier von rund 1000 Mitarbeitern geleistet wird, um täglich über 40 000 Qualitäts-Zangen, made in Wuppertal, in alle Welt versenden zu können. Unser Führer Herr Pfeil verweilte nach der beeindruckenden Besichtigung der Produktionsstätten noch lange Zeit mit uns im angeschlossenen, außergewöhnlichen Museum, das uns allen eine echte Zeitreise in das vergangene und das vorvorige Jahrhundert ermöglichte.

Vom echten, riesigen Schmiedehammer bis hin zu den unglaublich vielen verschiedenen Zangenformen finden sich hier tausende und abertausende Gegenstände, welche die „metallische“ Industriegeschichte des Bergischen Landes anschaulich dokumentieren. Die auf dem Foto abgebildeten Hammerstile haben ihre Form der langjährigen Benutzung „zu verdanken“. Wir alle waren tief beeindruckt und mussten uns zwischendurch zwicken, um wieder in’s Hier und Jetzt zurückzukehren, während über unseren Köpfen der neue, hochmoderne Schmiedehammer sein Werk verrichtete und den leicht unheimlichen, aber passenden „sound“ zum Museum lieferte. Ein hammerharter Abend und ein echter Kontrast zu unserem eigenen, meist doch individuell geprägten Handwerk.

Besuch der Begegnungs- und Gedenkstätte Alte Synagoge

Februar 2019

Die Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, Dr. Ulrike Schrader, erläuterte uns mit viel Expertise das jüdische Museum Wuppertals, welches zugleich die Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus ist. Es befindet sich genau an der Stelle im Elberfelder Zentrum, an der bis zur so genannten „Reichskristallnacht“ im November 1938 die Synagoge stand. Erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen immer mehr Juden ins Bergische Land und wurden hier heimisch. Das Aufstreben der Region durch die Industrialisierung der Wupperstädte und der Eisenbahnanschluss waren wichtige Gründe für den Zuzug. Dr. Schrader erläuterte am Beispiel der erhaltenen Briefe des Samuel Steilberger an seine Kinder aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, welch‘ große Bedeutung die Juden von damals der Bildung ihrer Kinder beimaßen.

Der Familienvater, der selber nie eine Schule besucht hatte, hatte erkannt, wer bzw. was er selber mit Bildung hätte werden können und legte daher größten Wert auf die Bildung seiner Kinder, die sich dann auch entsprechend weiterentwickelten. Er hatte sich das Schreiben selber beigebracht und so durften wir dank seines Fleißes heute diese Zeitzeugnisse erleben.

Die weitere Geschichte und das Leiden der Juden in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Europa sind den meisten Menschen bekannt. Nicht so bekannt war vielen von uns, dass die meisten der jüdischen Opfer der Nationalsozialisten nicht Juden aus Deutschland, sondern aus anderen europäischen Ländern waren, der Antisemitismus hatte ganz Europa erfasst. Eine Postkarte aus dem Jahre 1902 von der Nordseeinsel Borkum dokumentiert den schon früh bestehenden Antisemitismus der begüterten Urlaubsgäste, die verhindern wollten, das Juden ebenfalls Ferien auf Borkum machen dürften. Die Postkarte zeigt auf der Vorderseite das judenfeindliche „Borkumlied“, der Absender schrieb: „Dieses Lied singen wir jeden Abend mit großem Plaisier.“

Hatten vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Wuppertal rund 3.200 Juden gelebt, waren es bei der Neugründung 1945/46 nur noch 145 Mitglieder: Menschen, die in Wuppertal untergetaucht waren, in Ghettos überlebt hatten oder aus Osteuropa stammten und von dort in den Westen geflüchtet waren. Das Museum zeigte uns eindrucksvoll die Geschichte und das Leben der Juden in Wuppertal. Das obige Klassenfoto stammt aus dem Jahr 1932, mehrere fröhliche jüdische Kinder waren Teil der Klasse am Katernberger Schulweg. Kurze Zeit später zeigte sich, wer wirklich ein Freund oder eine Freundin war. Nur wenige jüdische Kinder erfuhren durch Klassenkameraden und Lehrer Unterstützung und Solidarität. Am 15. November 1938 wurde der Schulbesuch an öffentlichen Schulen für Juden verboten.

Die engagierten Bürger, die das Museum aufgebaut haben und heute unterstützen, leisten durch ihre Arbeit einen wesentlichen Beitrag im Kampf gegen den Antisemitismus, der immer wieder die freie Existenz unserer jüdischen Nachbarn in Frage zu stellen droht. Und so ragen die ebenso weisen wie zeitlosen Sätze von Heinrich Heine aus dem Jahre 1828 nicht umsonst über der Gedenkstätte und erinnerten uns daran, dass Mündigkeit für uns Menschen stets bedeutet, gegen „eiserne Gängelbande“ und Machtmissbrauch aufzustehen: „Was ist aber diese große Aufgabe der Zeit? Es ist die Emanzipation. Nicht bloß die der Irländer, Griechen, Frankfurter Juden, westindischen Schwarzen und dergleichen gedrückten Volkes, sondern es ist die Emanzipation der ganzen Welt, absonderlich Europas, das mündig geworden ist und sich jetzt losreißt vom eisernen Gängelbande der Bevorrechteten, der Aristokratie.

Jede Zeit hat ihre Aufgabe, und durch die Lösung derselben rückt die Menschheit weiter.“

Führung über die Königshöhe

Oktober 2018

Bei herrlichem Wetter ließen wir uns von Antonia Dinnebier über die schöne Königshöhe in Wuppertal führen, dem Sommersitz der bekannten Wuppertaler Bankiersfamilie von der Heydt. Wir erfuhren nicht nur die Geschichte der reichverzweigten Familie und ihrem Mäzenatentum für die Künstler, deren Bilder im Wuppertaler Museum hängen, sondern auch, dass der heutige Wald seine Aufforstung (Selma-Schonung, ein Verlobungs- bzw Hochzeitgeschenk des Eduard von der Heydt an seine Frau Selma) dieser Familie zu verdanken hat. Denn ursprünglich war die Königshöhe eine landwirtschaftlich genutzte Fläche ohne Bäume, mit nur einem Bauernhof und einer Gaststätte.

Viele Gedenksteine, die die Wege und Aussichtpunkte auf den Sichtachsen bezeichnen, finden sich noch heute, leider oft nicht an ursprünglicher Stelle sondern irgendwo im Wald, zum Teil eingesunken in Schichten von Laub und Waldboden. Namen von Künstler und Familienangehörigen wurden in Stein gemeißelt und so als Erinnerung für die Nachwelt erhalten. Nach zweistündigem Gang auch abseits der Wege kehrten wir noch im Landhauscafe „Im Honigstal“ ein und ließen den Nachmittag „süß“ ausklingen.

GOBD und Digitale Archivierung

September 2018

„Was man alles lernt und mitbekommt bei den Unternehmerfrauen!“ sagte Sandra mit echtem Erstaunen im Gesicht, nachdem wir konzentriert und intensiv dem Seminar zum Thema GOBD und Digitale Archivierung beigewohnt hatten. Christof Schäfer vom Software-Hersteller blue solution gestaltete trotz des vermeintlich trockenen Themas einen kurzweiligen Vortrag und erläuterte eindringlich die geltenden Verordnungen. Dabei gelang es ihm, die Schwierigkeiten und teils herrschenden Unklarheiten aus der Sicht unserer Handwerksbetriebe aufzulösen und für jede der anwesenden Unternehmerfrauen praxistaugliche Vorschläge zu unterbreiten.

So stellte Herr Schäfer uns abschließend sogar sinnvolle Checklisten und Vorlagen zur GOBD zur Verfügung und für uns alle verloren Verfahrensdokumentation, Systemdokumentation, Internes Kontrollsystem und die dazugehörigen Fragen zur möglichen Betriebsprüfung ihren Schrecken. Die Vision eines kompletten Dokumentenmanagementsystems (DMS) zur digitalen Archivierung rundete den gelungenen Vortrag ab.

Wir Unternehmerfrauen netzwerken und die vielen guten Kontakte bringen uns immer wieder gemeinsam sowie im eigenen Betrieb voran!

Führung über die Hardt: Blühende Wildsträucher

Juni 2018

Mhm, das Mispelmus! Probiert mal den Kornelkirschlikör! Und die Ebereschen-Apfel-Marmelade erst! Diese und viele weitere Köstlichkeiten kredenzte uns Dr. Regina Thebud-Lassak, studierte Biologin im Ruhestand und sorgte für viel Erstaunen ob der Geschmacksvielfalt aus der freien Natur. Einen ganz besonderen Nachmittag konnten wir Unternehmerfrauen erleben, die wir trotz Hitze und Gewitterwarnung den Weg auf die Hardt gefunden hatten. Sehr informativ, vor allem aber lebendig gestaltete Frau Dr. Thebud-Lassak die Führung durch die Natur und steckte uns mit ihrer Begeisterung für die auf der Hardt vorgefundenen Besonderheiten schnell an.

Wir bewunderten den Tulpenbaum, der zu den ursprünglichsten aller lebenden Blütenpflanzenarten gehört, somit uralt ist, aber in unseren Breiten kaum bekannt. Wir können nun Hartriegel erkennen und hörten gespannt, wie ähnlich sich doch giftige und genießbare Pflanzen bisweilen sind und man daher immer achtsam beim Sammeln sein sollte. Mit dem zu kostenden Gelee vom weißen Flieder waren wir aber alle auf der sicheren Seite. Die von Frau Dr. Thebud-Lassak angekündigte Exkursion über die Ernte der Wildfrüchte zum Ende des Sommers und deren Verwendung werden wir uns in Zukunft sicher nicht entgehen lassen.

Termin beim Oberbürgermeister Mucke

April 2018

Eine sehr lebendige Diskussion und ein auskunftsfreudiger Oberbürgermeister, das könnte eine passende Überschrift unseres Besuches beim Oberbürgermeister im Rathaus Barmen sein! Denkbares Dieselfahrverbot, Bekämpfung der Schwarzarbeit und der Standort für die Forensik, das waren die Hauptthemen des intensiven Austausches der Unternehmerfrauen im Handwerk mit OB Mucke. Keine der Fraktionen im Rat der Stadt möchte ein Dieselfahrverbot und derzeit gebe es auch keinen Kläger gegen die Stadt, der ein solches Verbot fordern würde. Der OB möchte im Falle des Falles Ausnahmen und blaue Plaketten für das Wuppertaler Handwerk und wir Unternehmerfrauen verdeutlichten, dass diese Plakette auch für ältere Diesel der Euro-Normen 3 und 4 gelten müsse.

Mit Hinweis auf seine eigene Familie, die im Handwerk tätig war, zeigte der OB vollstes Verständnis und wir werden ihn ggf. daran erinnern. Sollte die Bereitschaftspolizei nicht von Lichtscheid wegziehen, wird der Rat der Stadt sich erneut mit dem Standort für die vom Land verlangte Fläche befassen, neben der Kleine Höhe wäre ja in diesem Falle auch noch Ronsdorf möglich. Reichlich Tipps hatten wir Unternehmerfrauen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit für den OB, welche er hoffentlich im Interesse der Stadt nutzt. Die Diskussion endete mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf den Zustand des Bahnhofs: Noch in diesem Sommer erwarte der OB eine „gute und baldige Lösung“ in den Verhandlungen mit der Bahn, um diesen jahrzehntelangen, erbarmungswürdigen Zustand endlich zu beenden.


Besuch der GEPA

März 2018

Die große weite Welt findet sich in Wuppertal am GEPA-Weg 1-3. Das Zentrallager für ganz Deutschland der unter fairen Bedingungen gehandelten Waren wurde in unserer Stadt erbaut und wir waren beeindruckt von diesem außergewöhnlichen „Geschäftsmodell“. In einem sehr informativen Votrag erfuhren wir am Beispiel von Kakao viel über die Möglichkeiten, ökologisch in der ehemals „dritten Welt“ zu produzieren, fair zu entlohnen und mit Milch aus Bayern, ebenfalls fair entlohnt, hervorragende Schokolade zu produzieren. Skeptiker überzeugte letzlich der Genuss der Schokolade, die uns kredenzt wurde. Im Verkauf der GEPA ließen wir diesen besonderen Abend ausklingen und erwarben so manches Schätzchen für daheim.


Kurzseminar Anwendung Pfefferspray

März 2018

Das Seminar zur ordnungsgemäßen Benutzung von Pfeffergel/-spray war trotz der trockenen Theorie zu Recht und Gesetz kurzweilig und interessant. Herr Klaus vom SV Art of Movement Wuppertal e.V. vermittelte den Inhalt sehr kompetent und präsentierte das Thema sorgsam und verantwortungsvoll. Nach praktischer Übung konnten alle Teilnehmer Ihr Zertifikat in Empfang nehmen.

Der Vorstand

Birgit Krüger c/o
Kreishandwerkerschaft
1. Vorsitzende

Hofkamp 148
42103 Wuppertal
Tel.: 0202/ 42 03 03
Fax: 0202/ 24 24 310
krueger@ufh-wuppertal.de

Regina Dicke
2. Vorsitzende

Klophausstraße 15
42119 Wuppertal
Tel.: 0202/ 31 33 55
Fax: 0202/76 15 89
dicke@ufh-wuppertal.de

Brigitte Marquardt
Geschäftsführerin

Hirschstraße 28
42285 Wuppertal
Tel.: 0202/ 8 70 57 191
marquardt@ufh-wuppertal.de

Irene Gatzmaga-Oxenfart
Schriftführerin

Hainstraße 212
42109 Wuppertal
Tel.: 0202/72 34 63
oxenfart@ufh-wuppertal.de

Brigitte Spielhoff
Beisitzerin

Zeughausstr. 11
42287 Wuppertal
Tel.: 0202/ 76 96 80
spielhoff@ufh-wuppertal.de

Sandra Krönung
Beisitzerin

Oveniusstr. 14
42349 Wuppertal
Tel.: 0202 / 769 37 60
kroenung@ufh-wuppertal.de

Mitglieder

Name
Firma
Website
Dagmar Bellers
Fliesen Bellers GmbH
Tanja Borchardt
Elektro Giesen & Müller
Annegret Bruckner
Rentnerin
...
Ilona Czornyckyj
Dachdeckerei Czornyckyj
Regina Dicke
Dicke + Sohn e.K. Dachdeckermeister
Helene Effmann
Gartenpflege
...
Irene Gatzmaga-Oxenfart
Oxenfart GmbH Bäder und Wärme
Heike Gräfe
Glaserei Gräfe
Jutta Grell
Ehrenmitglied
...
Anette Hammer
Freistil Fotografie
Marianne Holtmann
Glaserei Biermann
Ute Jaenicke
Dachdecker Jaenicke e.K.
Cäcilie Kehde
Malerbetrieb Kehde
Sandra Krönung
Franken und Krönung GmbH Handelsvertretung f. techn. Gebäudeausr.
Birgit Krüger
Glasbau Krüger e.K.
Brigitte Marquardt
Elektro Marquardt
Anna Mende
Dachdeckerei Mende
Ines Möller
Metallbau Möller
Ursula Seibel
Kreishandwerkerschaft
...
Andrea Sobireg
Dachdeckerei und Klempnerei Sobireg
Brigitte Spielhoff
Arbeitsbühnen Spielhoff GmbH
Doris Urhausen
Kosmetikinstitut
...
Susanne Vathauer-Schramm
Dachdeckerei Schramm GmbH

Strategie

Wir vermitteln Wissen durch Weiterbildung und Qualifizierung in Seminaren und Fachvorträge durch ausgesuchte Referenten und Fachleute zu Themen wie:

  • Personalmanagement
  • Arbeitsrecht und Arbeitsschutz
  • Marketing und Internetaufritt
  • Büroorganisation und EDV
  • Kaufmännisches Recht und Controlling
  • Steuerfragen und Versicherungen
  • Finanzierungskonzepte
  • Selbständigkeit und Altersvorsorge

Wir zeigen Kompetenz durch Förderung der Persönlichkeitsentwicklung

  • Umgang mit Geschäftspartnern und Kunden
  • Vertretung der Interessen des Betriebes in der Öffentlichkeit
  • Stärkung der Unternehmerfrau als Führungskraft
  • Vermittlung von wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Zusammenhängen

Wir leben Kommunikation bei vielfältigen Gelegenheiten

  • Informations- und Erfahrungsaustausch in persönlichen Gesprächen
  • Dialog und Umgang mit Behörden und Banken
  • Lobbyarbeit auf regionaler Ebene.

Unsere Partner